Die Namensgeber - Cosmas und Damian

Eine Geschichte der heilenden Kräfte

Durch Geschichte und Gegenwart der Stadtkirche zieht sich wie ein Leitmotiv die Sehnsucht nach Heilung. So ist die Kirche Cosmas und Damian geweiht, einem heilkundigen Zwillingspaar aus frühchristlicher Zeit. Cosmas und Damian sollen zahlreiche Heilungswunder vollbracht haben. Sie selbst starben als Märtyrer und wurden ab dem Mittelalter zu den Zunftheiligen der Ärzte und Apotheker. In der Stadtkirche sind sie auf zwei gut erhaltenen spätgotischen Gewölbeschlusssteinen dargestellt.
Der Anlass, die Heiligen als Kirchenpatrone zu wählen, war sicherlich das heilkräftige Cannstatter Mineralwasser. Es wurde schon zur Römerzeit genutzt und fließt noch heute aus zahlreichen Brunnen rings um die Stadtkirche.
Heilung im umfassenden Sinne hatten nicht zuletzt die Erbauer der Kirche im Sinn. Durch die architektonische Gestaltung des Kirchenraumes soll die göttliche Heilung spürbar werden: Die Baumeister haben die Kirche von Westen nach Osten hin ausgerichtet. Die Seite der untergehenden Sonne steht hierbei für unsere Welt, die geprägt ist von Tod und Vergänglichkeit. Der Blick aber der Menschen, die in die Kirche kommen, wird nach Osten hin gelenkt, zur Seite der aufgehenden Sonne, der Auferstehung und des ewigen Lebens. Mit den kunstvoll gestalteten Chorfenstern haben die Erbauer die Kirchenwände durchsichtig gemacht für das Licht des Himmels, das in die Welt scheint und die Herzen der Menschen erleuchtet.