Volksfestumzug 2012

2000 Jahre Kirchengeschichte auf einen Blick

In den Jahren 1815 und 1816 wurde Württemberg von einer schrecklichen Hungersnot heimgesucht. Als dann im Jahr 1817 der erste Erntewagen wieder eingebracht wurde, kam König Wilhelm und seiner russischen Frau Katharina die glorreiche Idee, ein landwirtschaftliches Fest zu stiften.
Im folgenden Jahr 1818 fand zum ersten Mal das Cannstatter Volksfest statt. Ihr Markenzeichen ist vom ersten Jahr an bis heute die Fruchtsäule, geschmückt mit Erntegaben als Zeichen für die Fülle, die Gott uns schenkt.

 

Ermutigt von diesen Wurzeln des Cannstatter Wasens hat die Stadtkirchengemeinde im Jahr 2012 am Volksfestumzug teilgenommen. Dafür bauten Ehrenamtliche der Stadtkirche in über 200 Arbeitsstunden ein Modell der Stadtkirche im Maßstab 1:25 nach. Um das Modell scharten sich beim Umzug in historischen Gewändern Cosmas und Damian, die im dritten Jahrhundert zu Zeiten der diokletianischen Verfolgungen umgekommenen Schutzheiligen der Ärzte und Apotheker und Namenspatrone der Stadtkirche, die Beginen, fromme Frauen, die im späten Mittelalter im Cannstatter Klösterle wohnten und wirkten, Aberlin Jörg, der die 1471 geweihte spätgotische Stadtkirche errichtete, Casparus Graeter, der von 1537 bis 1541 als erster evangelischer Pfarrer in Cannstatt die frohe Botschaft verkündete, sowie Heinrich Schickhardt, der in den Jahren 1612 bis 1613 den Turm der Stadtkirche im Renaissancestil erschuf. Schließlich begleitet der historische Turmwächter den Zug, der früher von oben auf die Cannstatterinnen und Cannstatter Acht hatte. Mit großen Schildern wurden die Zuschauerinnen und Zuschauer entlang der Straßen auf das 400. Jubiläum unseres markanten Turmes aufmerksam gemacht.

 

Begleitet wurde der Zug von den Konfirmandinnen und Konfirmanden, von den Kindern der „Bunten Kinderstunde“ sowie von deren Eltern und den Mitarbeitenden. Den Abschluss des Zuges bildeten Vertreter des Posaunenchores, die Choräle zum Erntedankfest spielten.